
Eine Boeing 737-300 der Gesellschaft
Air Berlin
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Air Berlin (im Außenauftritt abweichend auch airberlin oder airberlin.com) ist die zweitgrößte deutscheFluggesellschaft mit Sitz in Berlin. Air Berlin beförderte im Jahr 2008 28,6 Millionen Passagiere, inklusive ihrer Tochtergesellschaften.[3] Im März 2009 wies Air Berlin eine Flottenstärke von 131 Flugzeugen auf und beschäftigte mehr als 8.000 Mitarbeiter.[1]
Air Berlin Inc. wurde im Juli 1978 von den Amerikanern Kim Lundgren und John D. MacDonald als Berliner Charterfluggesellschaft unter US-Zulassung (FAA) im US-Bundesstaat Oregon gegründet, da nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 nur Flugzeuge der SiegermächteWest-Berlin anfliegen durften. Offizieller Sitz der Fluggesellschaft war Miami im US-Bundesstaat Florida, das zeitweise auch von Berlin aus angeflogen wurde.[4] Der erste Flug der Gesellschaft ging am 28. April 1979 mit einer Boeing 707 jedoch von Berlin nach Palma de Mallorca. 1981 wurden die Boeing 707 durch zwei kleinere Boeing 737 ersetzt und Air Berlin spezialisierte sich auf Ziele in der Mittelmeerregion. Auch heute noch ist Mallorca das wichtigste Ziel von Air Berlin. Täglich verkehren Air-Berlin-Flugzeuge von 19 deutschen Städten aus auf die Baleareninsel.
Wachstum nach der Wiedervereinigung Deutschlands [Bearbeiten]
Nach der deutschen Einheit fiel auch die Lufthoheit der Alliierten, so dass ein Zulassungswechsel zum Luftfahrt-Bundesamt (LBA) notwendig wurde. Am 16. April 1991 wurde die Gesellschaft zur Air Berlin GmbH & Co. Luftverkehrs KG umfirmiert. In der Folgezeit änderte der Geschäftsführer Joachim Hunold das Firmenprofil grundsätzlich. Aus der vormals kleinen Charterfluggesellschaft entstand schrittweise die zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands mit einem linienähnlichen Netzwerk. Seit 2004 kooperiert Air Berlin mit der österreichischen Fluggesellschaft Niki.
Anteilseigner
Anteil |
Anteilseigner |
ca. 46 % |
Streubesitz |
18,30 % |
ESAS Holding A.S. |
8,20 % |
Hans-Joachim Knieps |
6,46 % |
Ringerike GmbH & Co. Luftfahrtbeteiligung
Metolius Foundation |
4,52 % |
JPMorgan Chase & Co. |
4,24 % |
Werner Huehn |
3,26 % |
Severin Schulte |
2,90 % |
Joachim Hunold, CEO Air Berlin PLC (Vorstand) |
2,82 % |
Moab Investments Ltd. |
1,76 % |
Johannes Zurnieden, Chairman Air Berlin PLC |
1,30 % |
Rudolf Schulte |
Stand: 30. Juni 2009[5] |
Zusammenarbeit mit Germania [Bearbeiten]
Die Fluggesellschaft Germania, die seinerzeit 577 Mitarbeiter beschäftigte und über eine Flotte von 44 Flugzeugen verfügte, sollte Ende 2005 durch einen Managementvertrag an Air Berlin gebunden werden. Vorbild hierfür war die bereits bestehende Partnerschaft der Air Berlin mit Niki. Bereits Mitte 2004 gingen beide Gesellschaften erstmals aufeinander zu: Air Berlin mietete Flugzeuge von Germania, im Gegenzug stellte Germania die von beiden stark umkämpften Flüge nach Zürich und Wien ein. Der Vertrag kam jedoch nicht zustande. Die Erbengemeinschaft der Germania war sich Anfang März 2008 nicht einig über eine Übernahme durch die Air Berlin. Germania werde daher eine eigenständige Fluggesellschaft bleiben. [6]
Zum 1. Januar 2006 änderte Air Berlin ihre Unternehmensform von einer GmbH & Co. KG in eine PLC & Co. KG und überführte dabei die GmbH in eine Aktiengesellschaft nach britischem Recht (PLC). In diesem Fall ist die PLC, anstelle einer deutschen juristischen Person, ausländischer persönlich haftender Gesellschafter (Komplementär) der deutschen KG. Als Grund für diese Änderung werden bilanzrechtliche Vorteile und bessere Abschreibungsmöglichkeiten sowie die Umgehung der Unternehmensmitbestimmung genannt.[7]
Der Börsengang war zunächst für den 5. Mai 2006 angesetzt. Das Volumen für diesen von der Commerzbank, Morgan Stanley und Shearman & Sterling LLP organisierten Vorgang betrug 870 Millionen Euro. Am 4. Mai 2006 wurde der Börsengang jedoch verschoben. Offizielle Gründe hierfür wurden nicht angegeben. Gerüchten zufolge wurden im Vorfeld jedoch nicht genügend Aktien gezeichnet, da die Preisspanne von 15 Euro bis 17,30 Euro zu hoch angesetzt gewesen sei.[8]
Am 10. Mai 2006 wurde der Preis dann mit 12 Euro je Aktie bekanntgegeben, woraus sich ein Gesamterlös von 510 Millionen Euro ergibt, also rund 360 Millionen Euro weniger als geplant. Die meisten Aktien hielt der Geschäftsführer der Air Berlin. Die Erstnotierung fand am 11. Mai 2006 statt. Zum Börsengang von Air Berlin schrieben die Medien daher u. a. „Air Berlin schafft die Notlandung“[9] und „der Börsen-Neuling wurde nicht mit offenen Armen empfangen“.[10]
Nach dem Börsengang befanden sich 38,41 Prozent im Streubesitz, 16,36 Prozent bei der Deutschen Bank, 8,58 Prozent bei der Ringerike Luftfahrtbeteiligung, 8,40 Prozent bei Hans Joachim Knieps und weiteren Investoren.[11]
Air-Berlin-Konzern
Gesellschaft |
Beteiligung |
LTU |
100 % |
airberlin Technik |
100 % |
Binoli Reiseplattform |
49 % |
Belair |
49 % |
NIKI |
24,9 % |
Im August 2006 kaufte Air Berlin die deutsche Fluggesellschaft dba von der Intro Verwaltungs GmbH und der Aton GmbH, deren Preis laut Nachrichtenmagazin Focus 120 Millionen Euro betragen haben soll.[12] Der Kaufpreis wurde mit Barmitteln der Air Berlin bezahlt. Zusammen kamen beide Fluggesellschaften 2006 auf ein Passagieraufkommen von 19,7 Millionen (2005: 17,5 Mio.). Daran hatte Air Berlin einen Anteil von gut 15,2 Mio. und dba einen Anteil von knapp 4,5 Mio. Die Marke dba blieb nicht bestehen und wurde bis April 2007 vom Markt verbannt. Die Flugpläne der beiden Gesellschaften wurden mit Beginn des Sommerflugplans 2007 aufeinander abgestimmt; bereits seit November 2006 flogen Teile der Flotte der ehemaligen dba in den Farben von Air Berlin mit dem Zusatz (als kleiner Sticker bei der Türe 1 L) „powered by dba“. Diesen Sticker fand man auch an jedem Flugzeug der dba. Die dba existierte als eigenständige Tochterfirma weiter und betrieb neun Flugzeuge. Nachdem die Verwaltung und die Technik der dba schon aufgelöst und von Air Berlin übernommen worden war, wurde zum 30. November 2008 der Flugbetrieb komplett eingestellt. Bedingt durch einen Warnstreik der dba-Flugbegleiter am 14. November 2008 entzog Air Berlin der dba alle Flugaufträge und legte so den dba-Flugbetrieb noch am selben Tag still. Den Arbeitnehmern wurden Stellen bei Air Berlin angeboten.
Übernahme der LTU und Beteiligung an Belair [Bearbeiten]
Am 27. März 2007 wurde bekanntgegeben, dass Air Berlin die Traditionsairline LTU übernimmt. Der Name LTU sollte damals im Langstreckenverkehr bestehen bleiben, die Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge gingen komplett in Air Berlin auf.[13] Des Weiteren wurde die Lackierung der Air-Berlin-Flugzeuge an die neue Lackierung von LTU angepasst. Von Seiten des Kartellamts wurden jedoch Bedenken bzgl. der Übernahme angemeldet.[14] Am 8. August 2007 genehmigte das Kartellamt die Übernahme der LTU ohne Auflagen. Außerdem beteiligt sich Air Berlin schrittweise bis zu 49 Prozent an der kleinen Schweizer Fluggesellschaft Belair Airlines AG. Die Beteiligung wurde am 21. August 2007 von den deutschen und schweizerischen Kartellämtern und von der europäischen Kommission genehmigt.[15] Durch die Beteiligung wird Air Berlin seine Aktivitäten auf den internationalen Strecken, von der Schweiz aus, verstärken. Der bisherige Eigentümer Hotelplan erhofft sich Vorteile durch die Integrierung der Belair in den Vertrieb und die Logistik der Air Berlin. Im November 2007 übernahm Air Berlin alle europäischen Flüge der LTU und der Belair. Flüge, die aus der Schweiz in Nicht-EU-Länder führen, und Interkontinental-Flüge werden weiterhin unter Belair bzw. LTU-Flugnummer geführt. Die Flugzeuge aller Gesellschaften werden im gesamten Streckennetz der Air Berlin genutzt.
Zwischenzeitlich gab Air Berlin bekannt, die Marke LTU nicht weiter zu nutzen, die verbliebenen Flugzeuge werden umlackiert.[16]
Gescheiterte Übernahmepläne von Condor Flugdienst GmbH [Bearbeiten]
Am 20. September 2007 gab Air Berlin bekannt, die Condor Flugdienst GmbH übernehmen zu wollen. Die Thomas Cook Group PLC, momentaner Hauptanteilseigner bei der Condor, wollte dazu bis zum 10. Februar 2009 ihre Anteile an der Condor Flugdienst GmbH in die Air Berlin PLC einbringen und sollte im Gegenzug mindestens 500 Millionen Euro in bar und Aktienanteile an Air Berlin erhalten.[17] Das Bundeskartellamt hatte die Prüfungsfrist mehrmals verlängert. Der Antrag auf Genehmigung der Fusion wurde am 11. Juli 2008 durch Air Berlin und den Reiseveranstalter Thomas Cook wegen der „erheblich veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ zurückgezogen.
Überkreuzbeteiligung mit TUIfly [Bearbeiten]
Im September 2008 bestätigte Air Berlin Fusionsgespräche mit dem Konkurrenten TUIfly, ergänzte die Nachricht jedoch um den Hinweis, „mit allen“ zu sprechen. Air Berlin flog bereits bis 2007 für TUIfly viele Flüge im Code-Share-Verfahren. Ende März 2009 besiegelten die Air Berlin PLC und die TUI Travel PLC für ihr deutsches Fluggeschäft eine langfristig ausgerichtete strategische Allianz. Air Berlin beteiligt sich dabei mit 19,9 % an TUIfly, die TUI Travel PLC im Gegenzug mit 19,9 % an der Air Berlin PLC. Die Städteverbindungen von TUIfly werden ab 1. Oktober 2009 von Air Berlin gemanaget. Weiterhin werden über einen Leasingvertrag 17 TUIfly-Flugzeuge an Air Berlin verchartert. Die Kooperation steht jedoch noch unter Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamtes. [18]
Im Oktober 2008 wurde eine strategische Zusammenarbeit mit der russischen Fluggesellschaft S7 Airlines bekanntgegeben. Die Zusammenarbeit beinhaltet gemeinsam durchgeführte Flüge (Code-Share) von und nach Moskau. Buchungen sind derzeit nur bei S7 Airlines freigeschaltet. Seit Anfang 2009 fliegt Air Berlin zwischen Berlin und Peking auch im Code-Share mit der Fluggesellschaft Hainan Airlines. Air Berlin bietet für diese Flüge Zu- und Abbringer innerhalb Deutschlands an. Die Buchung ist über beide Fluggesellschaften möglich. [19]
Neues Corporate Design [Bearbeiten]
Mitte Dezember 2007 stellte Air Berlin den Mitarbeitern ein neues Logo inklusive neuem Corporate Design vor. Offiziell wurde das Logo am 7. Januar 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Logo ist ein weißer ovaler Kreis auf rotem Grund (angedeutetes Flugzeugfenster), in dem ein „a“ durch einen weißen Punkt und zwei weiße Flügel symbolisiert wird. Der Air-Berlin-Schriftzug wird nunmehr klein und zusammen geschrieben.
Binoli-Reiseplattform [Bearbeiten]
L’TUR (51 Prozent) und Air Berlin (49 Prozent) haben am 14. Januar 2008 die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens Binoli (BIllig fliegen, NObel LIegen) bekanntgegeben. BINOLI ist eine neuartige Online-Reiseplattform. [20]
Einstieg der Vatas Holding [Bearbeiten]
Nachdem die Berliner Beteiligungsgesellschaft Vatas Holding GmbH über ihre Tochter Haarlem One am 3. Januar 2008 zunächst 15,4 Prozent der Stimmrechte erworben hatte, [21] stockte sie ihren Anteil am 10. Januar 2008 auf 18,56 Prozent auf. [22] Sie wurde damit zum größten Anteilsinhaber vor der Deutschen Bank mit 15,02 Prozent. Joachim Hunold hält einen Anteil von 3,2 Prozent. [4]
Investment von Leonard Blavatnik [Bearbeiten]
Der Anteil von 18,56 Prozent der Beteiligungsfirma Vatas Holding soll Ende März 2008 als Pfand für fehlgeschlagene Aktienpakete an die NORD/LB verpfändet worden sein. [23] Der aufgestockte Anteil von 18,94 Prozent wurde am 19. Mai 2008 von der AI Aviation Coöperatief U.A., die zur Beteiligungsfirma Access Industries des russischstämmigen US-Milliardärs Leonard Blavatnik gehört, übernommen. [24] Air Berlin Vorstandschef Joachim Hunold begrüßte einen Einstieg des Investors Blavatnik, der Interesse an einem langfristigen Engagement bei Air Berlin habe. [25][26][27] Am 8. Januar 2009 teilte Air Berlin mit, dass Blavatnik seine Aktien verkauft habe.[28]
Wie erst am 18. Februar 2009 bekannt wurde, soll die Schweizer GroßbankUBS Zugriff auf das Aktienpaket von 18,56 Prozent haben. [29]
Einstieg der ESAS Holding [Bearbeiten]
Wie am 29. März 2009 bekannt wurde, will die ESAS Holding des türkischen Industriellen Ali Sabanci einen Anteil von 15,3 Prozent an der Air Berlin PLC von der Schweizer Großbank UBS übernehmen. Die ESAS Holding hält auch die Pegasus Airlines. Die ESAS Holding gehört zur Sabancı Holding der türkischen Industriellenfamilie Sabancı. [30][31] Nach Genehmigung durch das Bundeskartellamt hat die ESAS Holding den 15,3 Prozent Anteil am 28. April 2009 übernommen. [32]
Eine erste Kapitalerhöhung um 6.571.700 neue Aktien an institutionelle Investoren gab es am 4. Juni 2009. Eine zweite Kapitalerhöhung um 4,5 Mio. neue Aktien gab es am 9. Juni 2009. Davon sind 4 Mio. Aktien an die ESAS Holding und 350.000 Aktien an den Chairman des Board of Directors der Air Berlin gegangen. [33]
|
2008 [2] |
2007 |
2006 |
2005 |
2004 |
2003 |
Umsatz [Mio. €] |
3.400,7 |
2.536,5 |
1.575,4 |
1.215,2 |
1.033,9 |
863,2 |
Gewinn [Mio. €] |
-75,0 |
21,0 |
40,1 (1) |
−115,9 |
−2,9 |
36,7 |
Mitarbeiterzahl |
8.311 |
8.360 |
4.108 |
2.764 |
2.146 |
1.956 |
Fluggäste [Tsd.] |
28.559 |
27.863 |
19.702 |
17.505 |
12.055 ? |
10.019 ? |
Sitzladefaktor [%] |
78,36 |
77,22 |
75,27 |
75,23 |
79,52 ? |
76,72 ? |
Flugzeuge Jahresende |
125 |
124 |
117 |
79 |
47 |
46 |
(1) = nachträglich von Air Berlin berichtigt.
Das Streckennetz von Air Berlin wurde sukzessive zunächst in Deutschland und kurze Zeit später in ganz Europa am jeweiligen regionalen Bedarf an Nonstop-Flügen zu Zielen innerhalb Europas ausgerichtet. Ein Hauptziel im Streckennetz von Air Berlin ist seit ihrer Gründung Palma de Mallorca, das mit dem Sommerflugplan 2008 über 380 Mal pro Woche angesteuert wird. Auch andere bekannte Ferienziele am Mittelmeer, darunter Kroatien, auf den Kanarischen Inseln, in Portugal, der Türkei und in Nordafrika werden im Linienbetrieb angeflogen. Daneben gibt es zahlreiche Verbindungen zu europäischen Metropolen, z. B. in Italien, Großbritannien, Österreich, Russland, Skandinavien und in den Niederlanden. Ein wichtiges Standbein der Air Berlin sind auch Ziele auf dem spanischen Festland, vor allem Alicante und Malaga. Diese beiden Destinationen werden von den meisten Abflughäfen in Deutschland angeflogen. Über das Drehkreuz in Palma de Mallorca verbindet die Airline zahlreiche spanische Flughäfen untereinander. Air Berlin ist mittlerweile der größte nichtspanische Anbieter von innerspanischen Verbindungen.
Durch die Übernahme der LTU werden nun auch Langstrecken angeboten. Dazu werden in Zukunft Flüge nach Miami, Fort Myers, Peking und Shanghai (PVG) unter der Marke Air Berlin geflogen. Touristische Ziele (Dominikanische Republik, Südafrika, Kuba, Thailand) werden weiterhin von der LTU durchgeführt.[34]
Abflughäfen mit besonders breitem Spektrum an Air-Berlin-Zielen haben dabei die Funktion von dezentralen Flotten-Stützpunkten. Die Anzahl der dort jeweils stationierten Flugzeuge richtet sich wiederum nach dem jeweiligen Fluggastaufkommen. Bei manchen von diesen Schwerpunktflughäfen handelt es sich um Drehkreuze (Flughafen Berlin-Tegel, Flughafen Düsseldorf, Flughafen Palma de Mallorca und Flughafen Nürnberg).
Air Berlin stellte die erst im Mai 2008 neu aufgenommenen Strecken nach Peking und Shanghai zum Winterflugplan 2008/09 wieder ein. Die Strecken nach New York City und Los Angeles wurden ebenfalls ausgesetzt, werden aber ab Mai 2009 wieder angeflogen.
Neue Ziele im Sommer 2009 sind die Kanalinsel Jersey, Krakau in Polen, die norwegische Hauptstadt Oslo, Rijeka und Split in Kroatien, die Lagunenstadt Venedig sowie die israelische Metropole Tel Aviv-Jaffa. Der Sommerflugplan beginnt am 1. Mai 2009 und endet am 31. Oktober 2009.
Da Air Berlin in den letzten Jahren zum einen die Fluggesellschaften LTU und dba übernommen hat und zum anderen selbst sein Farbschema in dieser Zeit mehrfach geändert hat, ergibt sich eine eher unübersichtliche Flottenliste. Im Jahr 2008 wurden alle Boeing 737-300 und Fokker 100 ausgemustert. Des Weiteren fallen 2009 die beiden Boeing 757 aus dem Flugplan heraus, die durch Airbusse des Types A321 ersetzt werden. Die Boeing 767 wird ebenfalls nur noch bis Herbst 2009 eingesetzt.
Auflistung aller Bestellungen[36][37][38][39]
Datum der Bestellung |
Hersteller |
Anzahl |
Flugzeugtyp |
Lieferzeitraum |
geliefert |
offen |
2004 |
Airbus |
60 |
A319 / A320 |
2005-2012 |
28 |
32 |
2006 |
Boeing |
85 |
B737-700/-800 |
2007-2014 |
4 |
81 |
07/2007 |
Boeing |
25 |
B787-8 |
2013-2017 |
0 |
25 |
10/2007 |
Bombardier |
10 |
Q400 |
2008-2009 |
6 |
4 |
12/2007 |
Boeing |
15 |
B737 |
2011-2014 |
0 |
15 |
Gesamt |
|
195 |
|
|
36 |
159 |
Durch diverse Übernahmen und Umstrukturierungen existieren bei Air Berlin derzeit eine Reihe von Lackierungen nebeneinander.
Alle Flugzeuge der dba, der Belair und die geleasten Flugzeuge von Germania fliegen in voller Air-Berlin-Lackierung. Bis auf eine Maschine in alter LTU-Lackierung fliegen auch alle Flugzeuge der LTU in Air-Berlin-Lackierung.
Air Berlin stellte ihre neue Lackierung im Juni 2007 vor. Diese ist stark an die neue LTU-Lackierung angelehnt und verzichtet vollkommen auf das gewohnte Bordeaux-Rot der Air Berlin. Stattdessen ist der untere Teil des Rumpfes, die Turbinen und das Leitwerk in einer hellroten Farbe lackiert. Die erste Maschine in neuer Lackierung ist eine Boeing 737-800 mit der Registrierung D-ABBX.[40] Weitere Flugzeuge, die diese Lackierung tragen, sind vor allem neu ausgelieferte Maschinen. Der Rest der Flotte wird jeweils bei größeren Wartungen umlackiert. Eine weitere Änderung erfolgte im Januar 2008 mit der Einführung eines neuen Logos und eines neuen Schriftzuges. Die Grundlackierung von Juni 2007 blieb jedoch unverändert.
Im Rahmen einer Auslieferung einer fabrikneuen Boeing 737-800 mit Winglets gelang es der Air Berlin im November 2001 erstmalig einen Rekordflug durchzuführen. Die Maschine mit der Kennung "D-ABBC" legte in 9:10 Stunden eine Distanz von 8.345 Kilometern nonstop zwischen Seattle (USA) und Berlin zurück.[41]
Vielfliegerprogramm [Bearbeiten]
Wie viele andere Fluggesellschaften hat auch Air Berlin ein Vielfliegerprogramm. Das Kundenbindungsprogramm von Air Berlin heißt topbonus. Auf allen Flügen lassen sich Punkte („Meilen“) sammeln, die schließlich ab einer gewissen Menge z.N. in einen Freiflug (Prämienflug) umgewandelt werden können. Es gibt neben der "Top Bonus Classic Card" auch Karten mit dem Status "Silver" und "Gold". Außerdem wird eine Service-Karte angeboten.
Auszeichnungen/Airlinetest [Bearbeiten]
- ReiseBlick 2009: Air Berlin wird in der Kategorie „Kurzstrecke“ zum zweiten Mal in Folge zur Airline des Jahres gewählt. [42]
- World Travel Award 2008: Air Berlin ist zum zweiten Mal in Folge der weltweit beste Billigflieger. [43]
- Telegraph Travel Award 2008: Air Berlin ist zum zweiten Mal in Folge die beste Low Cost Airline. [44]
- Zum vierten Mal in Folge wurde Air Berlin 2008 als Publikumsliebling von der Online-Plattform travelchannel.de in der Kategorie Low-Cost- und Charter-Airlines ausgezeichnet.
- Capital-Leser-Umfrage „Airline des Jahres 2008“: Bei den Billigfliegern landete Air Berlin auf Platz eins.[45]
Abschiebungen mit Air Berlin [Bearbeiten]
Anfang Mai wurden Pläne der Bundespolizei bekannt, am 8. Juni 2009 mit einer Chartermaschine der Air Berlin zahlreiche Vietnamesen im Rahmen einer Sammelabschiebung über den Berliner Flughafen Schönefeld nach Hanoi abzuschieben. FRONTEX, die "Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen" finanzierte die Abschiebung, die Bundespolizei organisierte sie. Etwa 100 Vietnamesen, die aus 13 Bundesländern und aus Polen kamen, wurden abgeschoben. Dies wurde u.a. vom Flüchtlingsrat Berlin kritisiert. [46][47][48]
Air Berlin wurde von verschiedener Seite für seine Mitarbeiterpolitik kritisiert. Stein des Anstoßes waren dabei die öffentlichen Äußerungen des CEO Joachim Hunold, die Mitarbeiter seines Unternehmens bräuchten keine Gewerkschaften oder Mitbestimmung. Bis 2007 waren die Mitarbeiter der Air Berlin und der zugehörigen Unternehmen kaum organisiert. Während dies von Seiten der Air Berlin mit dem Hinweis auf ein gutes Betriebsklima kommentiert wurde, vermuteten Kritiker u. a. auf Seiten der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, dass das Unternehmen die Gründung von Betriebsräten systematisch unterbinde. Auch im Wechsel der Gesellschaftsform weg von der deutschen GmbH hin zur PLC nach britischem Recht wurde ein taktischer Schachzug zur Beschneidung der Arbeitnehmerrechte gesehen.
Am 7. August 2007 hat sich Air Berlin mit den Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und ver.di erstmals auf Tarifverträge (Mantel- und Vergütungstarifvertrag) für die 805 Piloten und 1.442 Flugbegleiter geeinigt, die bis Ende 2009 laufen. Außerdem sollen Verhandlungen über die Gründung eines Betriebsrates aufgenommen werden.[49]
Verbraucherschützer werfen Air Berlin und anderen Luftverkehrsanbietern vor, sich einer Zusammenarbeit mit der vom Bund finanzierten „Schlichtungsstelle Mobilität“ noch immer zu verweigern.
Im Streit mit dem Land Berlin um die Verlegung des Flugbetriebs von Flughafen Berlin-Tegel nach Flughafen Berlin Brandenburg versuchte Air Berlin Druck auszuüben und drohte mit Verlegung des Sitzes und der Änderung des Firmennamens. Eine Klage, die Air Berlin wie auch andere Fluggesellschaften gegen die Schließung des Flughafens Tegel angestrengt hatte, wurde inzwischen jedoch letztinstanzlich abgewiesen.
Im Air Berlin Magazin 03/2008 schrieb Hunold ein Editorial aufgrund eines Briefes der balearischen Landesregierung, in dem die Fluggesellschaft zur Nutzung der katalanischen Sprache aufgefordert wird [50]. Umgehend führte die Form dieses Artikels zu Reaktionen in der gesamten spanisch-katalanischen Öffentlichkeit, die bis zu Boykott-Aufrufen des Unternehmens reichten. [51][52][53]